Rente nach 45 Beitragsjahren: Altersgrenze und Startmonat

Wer 45 Jahre zusammenbringt, geht ohne Abschlag zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze. Der Rechner zeigt das Alter für Ihren Jahrgang.

Nachgerechnet von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir

Abschlagsfrei nach 45 Jahren

Ohne Abschlag mit

64 Jahre und 10 Monate

Beginn (Juni geboren)1. Mai 2028
Regelaltersgrenze66 Jahre und 10 Monate
Monate früher als regulär24

Geltendes Recht. Die Kommission schlägt vor, diese Rente abzuschaffen; beschlossen ist das nicht.

Genauen Monat im Rentenfenster rechnen →

Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte setzt 45 Jahre auf dem Rentenkonto voraus und zahlt ohne Abschlag, allerdings erst ab einer festen Altersgrenze und keinen Monat davor (§ 38 und § 236b SGB VI). Für den Jahrgang 1953 lag diese Grenze bei 63 Jahren und 2 Monaten; seitdem steigt sie um zwei Monate je Geburtsjahr. Der Jahrgang 1960 erreicht sie mit 64 Jahren und 4 Monaten, der Jahrgang 1962 mit 64 Jahren und 8 Monaten, ab Jahrgang 1964 gilt dauerhaft 65 Jahre. Ab dem Jahrgang 1958 liegt diese Rente damit immer 24 Monate vor der Regelaltersgrenze. Wer dieselben 24 Monate über die Rente nach 35 Jahren vorzieht, verliert dauerhaft 7,2 %, bei 1.700 € Rente also 122,40 € in jedem Monat. Die 45 Jahre sind deshalb bares Geld. Die Alterssicherungskommission hat im Juni 2026 vorgeschlagen, diese Rente abzuschaffen; das ist ein Vorschlag, kein geltendes Recht.

Altersgrenze nach 45 Jahren, Jahrgang für Jahrgang

Die Tabelle zeigt für jeden Jahrgang ab 1953, mit welchem Alter die Rente nach 45 Jahren abschlagsfrei beginnt, welcher Monat bei einem Geburtstag am 15. Juni der erste Rentenmonat ist und wie weit dieser Termin vor der Regelaltersgrenze liegt (§ 236b SGB VI, ab 1964 § 38 SGB VI).

Geburtstag am 15. Juni, 45 Jahre erfüllt
JahrgangOhne Abschlag mitErster RentenmonatMonate vor der Regelaltersgrenze
195363 Jahre und 2 Monate1. September 201629
195463 Jahre und 4 Monate1. November 201728
195563 Jahre und 6 Monate1. Januar 201927
195663 Jahre und 8 Monate1. März 202026
195763 Jahre und 10 Monate1. Mai 202125
195864 Jahre1. Juli 202224
195964 Jahre und 2 Monate1. September 202324
196064 Jahre und 4 Monate1. November 202424
196164 Jahre und 6 Monate1. Januar 202624
196264 Jahre und 8 Monate1. März 202724
196364 Jahre und 10 Monate1. Mai 202824
ab 196465 Jahre1. Juli 202924

Auffällig ist die letzte Spalte. Für den Jahrgang 1953 lag die Rente nach 45 Jahren noch 29 Monate vor der Regelaltersgrenze, für 1957 waren es 25. Der Grund: Die Grenze für 45 Jahre stieg in diesen Jahrgängen um zwei Monate, die Regelaltersgrenze nur um einen. Ab dem Jahrgang 1958 wachsen beide im gleichen Takt, der Abstand bleibt bei 24 Monaten. Die Zeilen bis 1959 sind Geschichte, die Jahrgänge ab 1961 haben ihren Termin noch vor sich.

Kein Monat früher: die starre Grenze

Anders als die Rente nach 35 Jahren lässt sich die Rente nach 45 Jahren nicht vorziehen, auch nicht gegen Abschlag. Wer vor der Grenze aufhören will, muss die Rentenart wechseln, und dann zählt die Regelaltersgrenze als Bezugspunkt. Für den Jahrgang 1964 ergibt das folgende Lage (Geburtstag 15. Juni):

Jahrgang 1964, 35 und 45 Jahre erfüllt
WegFrühester BeginnAbschlag beim frühesten Beginn
Rente nach 35 Jahren1. Juli 202714,4 %
Rente nach 45 Jahren1. Juli 2029keiner
Regelaltersrente1. Juli 2031keiner

Wer also mit 45 Jahren schon mit 63 geht, verschenkt den Vorteil fast vollständig: 48 Monate zu je 0,3 %, gerechnet nach § 77 SGB VI. Zwei Jahre Warten auf die abschlagsfreie Grenze ersparen in diesem Fall den gesamten Abschlag. Ob die Überbrückung durch Arbeitslosengeld vor dem Rentenbeginn die 45 Jahre gefährdet, klärt Arbeitslos vor der Rente.

Was der Vorsprung in Euro bedeutet

Zwei Jahre früher und ohne Kürzung heißt bei 1.700 € Monatsrente: 24 zusätzliche Zahlungen, zusammen 40.800 € brutto, ohne dass die spätere Rente kleiner wird. Kleiner wird sie nur um die Entgeltpunkte, die in diesen zwei Jahren nicht mehr entstehen. Der Vergleich mit dem 35-Jahre-Weg zum selben Termin zeigt den eigentlichen Wert der 45 Jahre: 122,40 € im Monat, die dort für immer fehlen würden, nach zwanzig Rentenjahren 29.376 €. Mit eigenen Beträgen rechnet der Abschlagsrechner.

Der genaue Startmonat

Das Alter ist nach § 187 Abs. 2 BGB mit dem Ablauf des Tages vor dem Geburtstag vollendet, die Rente beginnt im folgenden Monat (§ 99 SGB VI). Daraus folgt eine Eigenheit für alle, die am Ersten eines Monats geboren sind: Wer am 1. März 1964 Geburtstag hat, vollendet die 65 schon Ende Februar und bekommt die Rente ab 1. März 2029; mit Geburtstag am 15. März beginnt sie erst 1. April 2029.

Der Antrag muss innerhalb von 3 Kalendermonaten nach Erreichen der Altersgrenze eingehen, sonst beginnt die Rente erst mit dem Antragsmonat, und verlorene Monate werden nicht nachgezahlt. Gestellt werden kann er frühestens ein Jahr vor dem Beginn. Den Ablauf beschreibt Rente beantragen.

Welche Jahre in die 45 eingehen

Die 45 Jahre sind strenger als die 35: Es zählen Pflichtbeiträge, Kindererziehung bis zum 10. Lebensjahr des Kindes, Pflege sowie Arbeitslosengeld, Krankengeld und Übergangsgeld, Arbeitslosengeld in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn aber nur nach Insolvenz oder vollständiger Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers (§ 51 Abs. 3a SGB VI). Bürgergeld, Schule und Studium zählen nicht. Die Einzelheiten mit Rechenbeispielen stehen unter Wartezeit 45 Jahre: was zählt.

Der Reformvorschlag

Die Alterssicherungskommission hat am 23. Juni 2026 ihren Bericht mit 33 Empfehlungen vorgelegt (Bundesarbeitsministerium). Eine davon: die Rente für besonders langjährig Versicherte so früh wie möglich abschaffen, mit Vertrauensschutz. Ein Gesetzentwurf liegt nicht vor. Nach Auskunft der Rentenversicherung gilt bis dahin allein das geltende Recht, und zwar das Recht zum Zeitpunkt des Rentenbeginns (Deutsche Rentenversicherung). Was sich für die einzelnen Wege ändern würde, vergleicht Rentenreform; die Tabelle aller Altersgrenzen steht unter Renteneintrittsalter-Tabelle.

Was Versicherte fragen

Ab welchem Alter gibt es die Rente nach 45 Beitragsjahren für den Jahrgang 1962?

Mit 64 Jahre und 8 Monate. Wer am 15. Juni 1962 geboren ist, bekommt die erste Zahlung für 1. März 2027, sofern der Antrag rechtzeitig gestellt ist. Das sind 24 Monate vor der Regelaltersgrenze von 66 Jahren und 8 Monaten. Einen früheren Beginn mit Abschlag kennt diese Rentenart nicht; dafür müsste man auf die Rente nach 35 Jahren ausweichen.

Kann ich die Rente nach 45 Jahren mit Abschlag vorziehen?

Nein. Diese Rente gibt es nur ab ihrer Altersgrenze, nie davor. Wer früher aufhören will, nimmt die Altersrente für langjährig Versicherte, und deren Abschlag rechnet bis zur Regelaltersgrenze, nicht bis zur 45-Jahre-Grenze. Für den Jahrgang 1964 heißt ein Beginn mit 63 deshalb 48 Monate und 14,4 % Abschlag, obwohl 45 Jahre auf dem Konto stehen.

Was bringt mir die Rente nach 45 Jahren im Vergleich zur Rente nach 35 Jahren?

Den Abschlag. Beide Renten erlauben einen Beginn zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze, doch nur die Rente nach 45 Jahren zahlt dann den vollen Betrag. Über die Rente nach 35 Jahren kosten dieselben 24 Monate 7,2 %, lebenslang und auch für eine spätere Witwen- oder Witwerrente aus dieser Rente. Bei 1.700 € sind das 122,40 € weniger im Monat.

Wann muss ich den Antrag für die Rente nach 45 Jahren stellen?

Am besten drei bis vier Monate vor dem gewünschten Beginn. Die Rente startet im Monat nach Erreichen der Altersgrenze, wenn der Antrag innerhalb von 3 Kalendermonaten danach eingeht; später gestellt, zahlt sie erst ab dem Antragsmonat. Frühestens geht der Antrag ein Jahr vor Rentenbeginn. Vorher lohnt die Kontenklärung, damit jede Lücke in den 45 Jahren auffällt.

Darf ich nach Beginn der Rente nach 45 Jahren noch arbeiten?

Ja, ohne Grenze für den Verdienst; die Hinzuverdienstgrenzen für Altersrenten gibt es seit 2023 nicht mehr. Als Beschäftigter zahlen Sie weiter Rentenbeiträge, die neuen Entgeltpunkte kommen jeweils zum 1. Juli des Folgejahres auf die Rente. Die steuerfreie Aktivrente greift aber erst nach der Regelaltersgrenze, also nicht in den zwei Jahren davor.

Bleibt die Rente nach 45 Jahren bestehen, wenn die Reform kommt?

Das ist offen. Die Alterssicherungskommission empfiehlt in ihrem Bericht vom 23. Juni 2026, diese Rente möglichst bald und mit Vertrauensschutz abzuschaffen. Ein Gesetzentwurf ist nicht veröffentlicht, Stichtage und Übergänge stehen nirgends fest. Maßgeblich ist das Recht am Tag des Rentenbeginns; ein früh gestellter Antrag ändert daran nach Auskunft der Rentenversicherung nichts.

Passend dazu

Paragrafen und Quellen

Herausgegeben von

Herausgeber von Rentenrechnern: Rentenbeginn nach Jahrgang, Abschläge, Nettorente, Hinterbliebenenrente

Aktualisiert am · Redaktionsgrundsätze · Kontakt

Rechtsstand 2026, gelesen am